In der guten, alten Tradition des Rheinischen Fasteleers - bereits begründet in der „Geselschap van den Gecken“ des Grafen Adolf von Kleve, im Jahre 1381 - auch immer den Armen, Hilfsbedürftigen und Schwachen helfen zu wollen, hat die Troisdorfer Narrenzunft in den letzten Jahren einige Veranstaltungen entweder selbst durchgeführt oder maßgeblich unterstützt. Einige Beispiele seien hier geschildert.

Am 23. August 2008 wurde in Zusammenarbeit mit dem SKM, dem „Katholischen Verein für soziale Dienste im Rhein-Sieg-Kreis e.V.“, auf dessen Grundstück an der „Alte Straße“ in Troisdorf ein Sommerfest veranstaltet. Die Küchentruppe der TNZ („TNZ-saugut“) - angeführt vom Vorsitzenden und Präsidenten der Troisdorfer Narrenzunft, Dietmar Blaeser - war in Mannschaftsstärke vertreten, um den sozial Schwachen und Obdachlosen einen ungezwungenen, netten Sommernachmittag zu bescheren. Reichlich alkoholfreie Getränke flossen. Die Narrenzünftler hatten ihren großen Grill ebenso parat, wie zwei riesige Pfannen. Neben leckerer frischer Bratwurst, wurden in den Pfannen Berge von Bratkartoffeln, nach Art eines Bauernfrühstücks, zubereitet. Die „narrenzunfteigene“ Currysoße, kreiert von Dieter Rodder, kam - als Ergänzung zur Bratwurst - bestens an. Das köstliche Essen fand reißenden Absatz, die Stimmung war sehr gut.

Zur Auflockerung der Veranstaltung las der Vorsitzende der „Fründe vun der Akademie för uns kölsche Sproch e.V.“, das „Altargeschenk und Huusglöck“ unserer Ehrensenatorin Gerda (und inzwischen auch Ehrensenator), Heinz Peter Holländer, Geschichten „op Kölsch“ der bekannten Kölner Mundartautorin Elfi Steickmann. Einer der Gäste hatte einmal im Radio Elfi Steickmann mit der Geschichte gehört, dass der Heilige Josef irgendwie nasse Füße bekommen hatte. Er fragte, ob nicht auch diese Geschichte „En Üvverschwemmung en Bethlehem“ - aus dem Band „Kopp huh, Kölle“ - vorgetragen werden könne. Nach kurzer Abstimmung mit den Zuhörern kam ein eindeutiges: „Ja, klar!“.

So wurde bei strahlendem Sommerwetter eine Geschichte vorgetragen, die davon handelt, dass der mit Wasser befüllbare Christbaumständer überläuft und die darunter stehende Krippe überschwemmt wird. Alle hörten gebannt zu und hatten ihren Spaß - bei gefühlten 30°C im Schatten!


„Rhabarber-Schlitten“ anspannen und ab über die Agger, zum Brückberg, hieß es am 20. Juni 2009. Dort, auf dem Sportgelände neben der Justizvollzugsanstalt, fand ein großes Fußballturnier statt, an dem viele Jugendmannschaften, gebildet aus Insassen der Justizvollzugsanstalten Nord-RheinWestfalens, ebenso teilnahmen, wie auch Betriebssport- und Vereinsmannschaften. Ein hervorragendes Projekt zur Integration von jugendlichen Straftätern. Das bunte Rahmenprogramm mit verschiedensten Spielen und vielen Attraktionen bot Abwechslung für Jung und Alt. Die Troisdorfer Narrenzunft war gebeten worden, hier für die Verpflegung zu sorgen. Der „Rhabarber-Schlitten“ wurde kurzfristig zur Großküche umfunktioniert. Säckeweise mussten Zwiebel geschält und Pilze geputzt werden, kiloweise Fleisch geschnitten, um die große Narrenzunftpfanne mit leckerem Geschnetzeltem zubereiten zu können. Selbstverständlich gab es auch hier wieder die beliebte frische Bratwurst mit Dieter Rodders „Spezial-TNZ-Currysoße“.

Vor dem „Rhabarberschlitten“ standen Grill und Riesenpfanne, bei einem gewaltigen Regenschauer hielt die ausgefahrene Markise zwar nicht ganz stand, aber das tat der guten Laune keinen Abbruch. Irgendwann musste TNZ-Vorsitzender und Präsident Dietmar Blaeser melden: „Alles es fott, zusammenpacken!“ Ein anstrengender, schöner Tag, an dem wir wieder einmal sehen konnten, wie gut es uns doch geht und wie froh wir sein können, auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen.


Auf zum „Senkelsgraben“, die Kinder warten, hieß es dann für die TNZ´ler im August 2010. Auf dem Gelände des Festkomitees Troisdorfer Karneval in Spich hatte die Narrenzunft alles vorbereitet um einer „Herde Pänz“ vom „Abenteuerspielplatz“ in Troisdorf Friedrichs-Wilhelms-Hütte einen vergnüglichen Tag zu gestalten. Das TNZ - Küchenteam zauberte leckere Currywurst mit Pommes Frites, zum Sattessen. Die Vorräte an Limonade und Cola schienen nicht zu schwinden. Diesmal wurde der „Rhabarber-Schlitten“ zum „Malstudio“ umfunktioniert, die kleinen Künstler malten mit großer Freude Bilder für die Narrenzünftler. Auf dem Freigelände konnten beim Kickern, Fußball
spielen und einem Kricketturnier kleine Preise gewonnen werden. Selbstverständlich wurden auch die dort abgestellten Fastelovends-Wagen ausgiebig bestaunt. Ein ereignisreicher Tag für die Kinder ging viel zu schnell zu Ende. Glückliche Kinderaugen ließen vergessen, dass alles auch immer ein gutes Stück Arbeit ist, einen solchen Tag zu organisieren und durchzuführen, vom finanziellen Einsatz einmal ganz angesehen, den die Mitglieder der Gesellschaft gerne für solch soziale Projekte erbringen.

Der Dank der Troisdorfer Narrenzunft gilt allen Sponsoren, die mit Geld- oder Sachspenden immer wieder sehr helfen, dass unsere sozialen Aktivitäten möglich sind und ein solcher Erfolg werden.

Wie gut es tut, denen ein wenig Freude zu bereiten, die - aus den verschiedensten Gründen - nicht immer am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, konnten die Organisatoren und Helfer bei diesen Veranstaltungen am eigenen Leib erfahren. Abends ist man rechtschaffen kaputt, aber sehr glücklich. Was will man mehr…


Jüngstes Beispiel, dass sich unsere Karnevals-Gesellschaft nicht nur Spaß und Freud´ auf die Fahne geschrieben hat, ist die Renovierung des sogenannten Handwerkerkreuzes, an der Straße zwischen Troisdorf und Altenrath, in der Heide. An dieser Stelle stand seit dem 18. Jahrhundert ein Wegekreuz, das im Jahre 1932 durch einige Handwerker aus Troisdorf erneuert worden ist. Auch dieses Kreuz war im Laufe der Zeit sehr „in die Jahre gekommen“, nicht zuletzt durch Metalldiebe, die das Kupferblech des Dachs gestohlen hatten, was diesem Kreuz - nun den Witterungseinflüssen ungeschützt ausgesetzt - „den Rest“ gab.

In mühevoller Kleinarbeit restaurierte die Wagenbaugruppe der TNZ, in erster Linie unser Ehrensenator Dieter Rodder, dieses Kreuz. Anstelle einer diebstahlgefährdeten Metallabdeckung des Dachs sind nun fast 400 kleine Holzschindeln angebracht, wahre „Piddelsarbeit“, die Dieter und seine Helfer da absolut akkurat ausgeführt haben. Eine kleine Plakette auf dem Kreuz weist auf das Restaurierungsjahr der TNZ hin.

Am 19. Januar 2014 war es soweit: Die Einweihung des an alter Stelle neu errichteten Kreuzes fand statt. Dem lieben Gott muss diese Narrenzunft-Aktion gut gefallen haben, denn es herrschte strahlender Sonnenschein! Viele Narrenzünftler waren in blau-weiß erschienen, der Heimat- und Geschichtsverein war u.a. mit seinem Vorsitzenden Thomas Ley vertreten. Nach den einleitenden Worten von Narrenzunft-Präsident Dietmar Blaeser, hielt der frühere Rektor und Troisdorfer Heimatforscher Peter Haas einen launigen Vortrag zur Geschichte des Kreuzes, räumte einige ältere „Fehlinterpretationen“ aus und brachte die Gäste der Kreuz-Aufstellung des Öfteren zum Schmunzeln. Vor allem seine Legende vom Heiligen Antonius, dem „Ferkes-Tünn“, Nothelfer in vielen Lebenslagen, machte Freude.

Als Abschluss der kleinen Veranstaltung, bei der - getreu dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ - auch viele Pressevertreter anwesend waren, fand die Einsegnung des Kreuzes statt.

Pater Martin Üffing, von den Steyler Missionaren in Sankt Augustin, hatte sich freundlicherweise bereit erklärt, diese Weihehandlung vorzunehmen. Aus den Taschen seines Anoraks zauberte er alle notwendigen Utensilien hervor: Stola, Gebetbüchlein und nicht zuletzt einen „Flachmann“, der allerdings Weihwasser enthielt. In einer sehr würdevollen Zeremonie weihte er das wie neu dastehende Kreuz ein.

Zum Dank verlieh ihm TNZ-Präsident und Ehrensenator Dietmar Blaeser, den Sessions-Orden unserer Gesellschaft.




HP. Holländer